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Gute Texte für Ihre Website: Tipps für Nicht-Texter

· Tina Mareike Kuschel
Gute Texte für Ihre Website: Tipps für Nicht-Texter

Der häufigste Grund, warum ein Website-Projekt ins Stocken gerät, sind nicht die Technik, nicht das Design – sondern die Texte. Fast jeder Auftraggeber, der eine neue Homepage in Auftrag gibt, unterschätzt diesen Aufwand. Plötzlich soll man über sich selbst schreiben, Leistungen beschreiben, einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Und am besten soll das Ganze auch noch von Google gefunden werden.

Die gute Nachricht: Man muss kein Profi-Texter sein, um brauchbare Websitetexte zu verfassen. Mit ein paar Grundregeln im Gepäck kann fast jeder Texte schreiben, die funktionieren.

Warum Websitetexte sich von anderen Texten unterscheiden

Onlineleser lesen anders als Buchleser. Sie überfliegen, scannen, suchen nach dem Wesentlichen – und springen ab, wenn sie es nicht schnell finden. Das bedeutet für Sie als Auftraggeber: Vergessen Sie Schachtelsätze, blumige Einleitungen und endlose Absätze. Wer im Web schreibt, schreibt fürs Überfliegen.

Ein guter Webtext ist kurz, klar und hierarchisch aufgebaut: Die wichtigste Information steht ganz oben. Was folgt, vertieft und ergänzt. Was nicht unbedingt gebraucht wird, fällt weg.

Bevor Sie anfangen: Diese Fragen klären

Bevor die erste Zeile getippt ist, lohnt es sich, drei grundlegende Fragen zu beantworten:

Für wen schreibe ich? Denken Sie konkret: Wer besucht diese Seite? Ein junges Pärchen, das ein Gartenhaus sucht? Die Vereinsmitglieder, die die nächste Jahreshauptversammlung im Kalender eintragen wollen? Je genauer Sie Ihre Zielgruppe vor Augen haben, desto direkter können Sie sie ansprechen.

Was soll der Besucher tun? Jede Seite braucht ein Ziel. Anrufen, ein Formular ausfüllen, einen Termin buchen, einen Artikel lesen? Dieses Ziel bestimmt, wie der Text endet – nämlich immer mit einer klaren Handlungsaufforderung.

Was unterscheidet mich von anderen? Das ist die schwierigste Frage – und die wichtigste. Was können oder bieten Sie, das andere nicht haben? Nicht allgemein, sondern konkret.

Struktur schlägt Stil

Viele machen den Fehler, sich zu viel Gedanken über Formulierungen zu machen, bevor die Struktur steht. Dabei ist eine klare Gliederung wichtiger als eleganter Sprachstil. Fangen Sie mit einer Skizze an:

  • Welche Kernaussage hat diese Seite?
  • Welche drei bis fünf Punkte gehören auf die Seite?
  • Was kommt zuerst, was kommt am Ende?

Wenn die Struktur stimmt, schreiben sich die Texte viel leichter. Und eine schlechte Formulierung kann man noch überarbeiten – eine schlechte Struktur verwirrt den Besucher, egal wie schön die Sätze klingen.

Praktische Tipps für bessere Websitetexte

Kurze Sätze, aktive Sprache

Bilden Sie Hauptsätze. Vermeiden Sie Passivkonstruktionen. „Wir beraten Sie persönlich" ist besser als „Eine persönliche Beratung wird von uns angeboten." Das klingt nicht nur lebendiger, es ist auch deutlich leichter zu lesen.

Konkret statt allgemein

„Wir bieten umfassende Dienstleistungen an" sagt nichts. „Wir mähen Ihren Rasen, pflegen Ihre Hecken und entsorgen den Grünschnitt direkt" sagt alles. Je konkreter, desto besser – für den Leser und für die Suchmaschine.

Zwischenüberschriften nutzen

Gliedern Sie jeden längeren Text mit Zwischenüberschriften. Wer die Seite überfliegt, sieht so sofort, ob der Inhalt für ihn relevant ist. Und wer weiterliest, findet sich leichter zurecht.

Keywords natürlich einbauen

Für Google ist es wichtig, dass relevante Begriffe im Text vorkommen – aber bitte nicht in jedem zweiten Satz. Wenn Sie Website Texte schreiben, die für einen Suchbegriff gefunden werden sollen, reicht es, diesen Begriff zwei- bis dreimal sinnvoll in den Text einzubauen: in der Überschrift, im ersten Absatz und an einer weiteren Stelle. Mehr Wiederholungen helfen nicht, sie stören eher.

Schreiben wie man spricht

Ein bewährter Trick: Lesen Sie Ihren Text laut vor. Klingt etwas gestelzt oder unnatürlich? Dann schreiben Sie es so, wie Sie es sagen würden. Websitetexte dürfen persönlich klingen – gerade bei kleinen Unternehmen und Dienstleistern ist das sogar ein Vorteil gegenüber großen, unpersönlichen Konzernen.

Wann ein Profi sinnvoll ist

Selbst geschriebene Texte sind ein guter Ausgangspunkt – und oft besser als gar keine. Trotzdem gibt es Situationen, in denen sich professionelle Unterstützung auszahlt: bei der Startseite (dem wichtigsten Text überhaupt), bei Leistungsseiten, auf denen Sie direkt Kunden gewinnen wollen, oder wenn Sie merken, dass Ihnen der nötige Abstand zu Ihrem eigenen Thema fehlt.

Häufig ist eine Kombination der beste Weg: Sie liefern den Rohtext mit allen Fakten und Eigenheiten – und ein Texter oder der Webdesigner bringt ihn in Form.

Lieber unperfekt als gar nicht

Viele Projekte verzögern sich monatelang, weil Auftraggeber auf den perfekten Text warten, der nie kommt. Dabei gilt im Web: Ein fertiger, ehrlicher Text schlägt jeden halbfertigen Perfektion. Texte lassen sich jederzeit überarbeiten und verbessern – aber eine leere Seite bringt keinen einzigen Besucher.